Zahir von und zu Wiedenfest

Description:

Wer schleicht so spät durch Nacht und Nebel?

Es ist Zahir mit seinem Knebel;

Er hat den Fürsten wohl in dem Arm,

Er fasst ihn sicher, sein Dolch wird warm.

*

Mein Fürst, was birgt Ihr so bang Euer Gesicht?

Seht, Soldat, Ihr den Baron nicht?

Den Baron mit Kettenstab und Diamantgreiff?

Mein Fürst, es ist ein Nebelstreif.

Bio:

In der kleinen, sehr ländlichen, vom Weinbau und der der Pferdezucht geprägten Baronie Wiedenfest in Almada standen seit jeher zwei kleine Tempel. Einer zu Ehren Praios, der andere aus Dankbarkeit gegenüber Rahja. 999 BF wird ein kleiner Junge vom Praiosgeweihten gescholten und zur Burg des Barons gezerrt. Er hatte versucht, einen goldenen Kerzenständer vom Altar zu stehlen. Als der Geweihte ihn von hinten ergriff, erschrak der Junge, warf den Kerzenständer samt brennender Kerze um und steckte die auf dem Altar liegenden Gedecke in Flammen. Der kleine Junge, erhielt von seinem Vater, dem Baron, offiziell vier Wochen Hausarrest. Allerdings soll er in dieser Zeit immer wieder beim Angeln beobachtet worden sein. Aufgrund der wirtschaftlichen Turbulenzen in der Region und anderer Prioritäten des Barons wurde der massive Holzaltar bis heute nicht ausgetauscht und weist noch immer großflächige Brandspuren auf, welche der Geweihte mit inzwischen stillem Missfallen mit Tüchern überdeckt.

Baroness Esmeralda sitzt auf einem Schemel im Bergfried und bestickt ein Taschentuch mit Gold. Gelegentlich fällt ihr Blick aus dem Fenster. Ihre kleine Baronie schimmert mystisch im Abendrot. Der zwölfte Geburtstag ihrer einzigen Tochter Almira neigt sich dem Ende zu. Eines Tages wird diese die Baronie führen. Almira betrachtet das ihr heute überreichte, silberne Familienamulett. „Was ist das für eine Burg?“ „Das ist die Grafschaft, aus der vor vielen Jahrhunderten unsere Familie ausziehen musste, meine Kleine.“ „Das muss ein schöne Grafschaft seien.“ „Das muss sie gewesen sein, heute liegt dort die Wüste Bor.” Zahirs kleine Augen leuchten groß. Er hätte auch gerne etwas Silbernes, und sei es nur ein Taler…

Durch die Steppe Almadas galoppiert ein Jugendlicher auf seinem weißen Yaquirtaler. Der Speichel des Pferdes schäumt, die Stirn des Reiters glänzt voll Schweiß. Verfolgt werden die beiden von vier Reitern. Zahir entdeckt einen Wüstenfalken, als dieser aus der Deckung der glühenden Sonne auftaucht und mit scharfen Blicken über das Tal und die zwei Staubwolken gleitet. Was war geschehen? Zahir hatte sich mit einem Diener Oltan, einem langjährigen Vertrauten seines Vaters auf den Weg nach Punin gemacht, um dort einige Waffen abzuholen. Spezialanfertigungen. Doch vor einer Stunde, drei Tage nach Abreise 1007 BF von der Heimatburg setzte sich Oltan ab und wurde prompt von vier vermummten Reitern ersetzt. Offensichtlich hatte Oltan die Familie verraten und ihn an Wegelagerer verkauft. Zahir selbst würde ihn dafür bis in den Raschtulswall jagen und richten. Ein gutes Training. Aber zuerst musste er entkommen. „Noch etwas schneller, Acanto, bald haben wir sie abgehängt!“

Besonderheiten:

Zahir von und zu Wiedenfest

G7 - Borbaradkampagne P-Man